Bayern - Postdienste, Speditionen und Logistik

Kommentar Meinungen Fakten

Kommentar Meinungen Fakten

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

„die Verkehrsmengen bei Brief sind seit Januar rückläufig und der Mengenzuwachs bei Paket entwickelt sich auch etwas abgeschwächt“. So schallt es derzeit vom Posttower auf die Postbeschäftigten runter. Sparmaßnahmen sind angesagt. Bispingen fällt aus, die PeP-Expert-Seminare werden abgeblasen und überall soll der Rotstift angesetzt werden. Wirklich überall? Nein! Die Aktionäre sollen eine Dividen-denerhöhung von 20 Cent auf 1,05 Euro erhalten. Die Dividende erhöht sich damit seit 2012 von 70 Cent auf 1,05 Euro also eine „bescheidene“ Erhöhung von 50% in fünf Jahren.


Dass Dr. Appel das 226fache eines Post-zustellers („Welt vom 24.3.“) verdient und damit an vierter Stelle bei den DAX Vorständen liegt, wundert einen da nicht mehr. Ja und zur rückläufigen Verkehrsmengenentwicklung Brief- war da 2016 nicht etwas? Genau, die Einführung einer neuen Produktpalette „Dialogpost“! ver.di, die BR, der Betrieb und der Vertrieb sind dagegen Sturm gelaufen. Das hat aber einige Verantwortungsträger in Bonn null interessiert. Als dann die Kunden nach der Einführung abgewandert sind, hat man eine Rolle rückwärts gemacht und einiges gerade gerückt. Aber da waren einige Kunden schon weg bzw. haben sich nach Alternativen umgesehen. „Go Green-Tage“ kommen bei den Kunden und beim Vertrieb auch nicht gut an. In die Zukunft ausgerichtete Politik sieht anders aus.


Und auch beim Paketwachstum sollte man die Zahlen der Post hinterfragen. Man plant für 2017 ca. 9 % Wachstum. Wenn es dann die ersten zwei Monate im Jahre 2017 „nur 7% sind, dann wird mit Sparmaßnahmen reagiert. Wer seine Planungen auf jährliche Wachstumsraten auf 10% und mehr abstellt, ist kein redlicher Kaufmann. Und wissen sollte man, die Post hat mal geplant, im Jahre 2022 ca. 1,23 Milliarden Pakete zu befördern. Erreicht wurde dieses Ziel aber bereits 2016. Zum „Millionengrab Delivery“, das sich der Vorstand selber geschaufelt hat, will ich nichts sagen. Jetzt habe ich keinen erhöhten Blutdruck wenn die PeP-Expert-Seminare „eingestampft“ werden. Dass dann aber die Führungskräftetagung der Post angeblich in Malta stattfinden soll, irritiert mich doch ein wenig. Klimaneutraler Handel sieht anders aus!

Der Krankenstand bei der Post ist viel zu hoch, auch die Anzahl der Arbeitsunfälle muss einem nachdenklich machen. Es gilt hier umzusteuern. Wichtig wäre, dafür zu sorgen, dass genügend Personal zur Verfügung steht, dass freie Tage auch gewährt werden, dass keine Zustellbezirke liegen bleiben und dass ein wertschätzender Umgang gepflegt wird. ver.di und die ver.di BR reichen dafür die Hand. Entfristungs- und neue Einweisungskonzepte und konsequente Wege bei der GeBU sind einige richtige Lösungsansätze. Dem müssen aber noch viele weitere Maßnahmen folgen.

Wir bleiben dran.
Anton Hirtreiter
Landesbezirksfachbereichsleiter
PSL Bayern