PSL-Ticker Bayern

PSL-Ticker März 2014

PSL-Ticker März 2014

REKORDJAHRESERGEBNIS BEI DER POST 

UND WO BLEIBEN DIE BESCHÖÄFTIGTEN? 

„2013 haben wir unser Ebit auf 2,86 Milliarden € erhöht. Das entspricht einem Anstieg von knapp 200 Millionen € gegenüber 2012“, so Herr Dr. Frank Appel, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post AG in einem Schreiben an alle Beschäftigten. Dass die Aktionäre zukünftig anstatt 70 Cent pro Aktie 80 Cent erhalten sollen, rundet das Ganze noch ab. 960 Millionen Euro werden an die Aktionäre ausgeschüttet, der Kurs der Postaktie hat sich innerhalb von zwei Jahren verdreifacht. Ein Grund zum Jubeln, zum Feiern, zum Dank an die Beschäftigten???Weit gefehlt. Die Zentrale in Bonn hat die Niederlassungsleiter beauftragt, ihren Betriebsräten vor Ort mitzuteilen: Die wegen der steigenden Sendungsmenge bei Paket eigentlich notwendige Verkleinerung der Bezirke wird wegen eventuell zu erwartender geringerer Sendungsmengen 2014 bei Brief nicht wie geplant realisiert. Stattdessen sollen sogenannte „Tagesdienstposten“ ausgewiesen werden - man arbeitet mehr, damit man dann, wenn man z.B. im November und Dezember noch mehr arbeiten müsste, eine Entlastung bekommt. Die aber kann ggf. gestrichen werden oder sie gibt es eben nicht, weil sich niemand findet, der die Arbeit macht. Das ist Arbeitsverdichtung und Arbeitsplatzvernichtung! In Bayern ist das ganze noch absurder, denn dort steigen derzeit auch die Sendungsmengen im Briefbereich, das Paketaufkommen zum Teil über 10%. Diese positive Entwicklung interessiert die Herren im Bonner Glaspalast nicht. Da der Arbeitsdruck in den Brief- und Paketzentren und in der Zustellung ständig zunimmt, wird es immer schwieriger, Arbeitskräfte dauerhaft für Arbeit bei der Deutschen Post AG zu gewinnen. Die logische Konsequenz wären unbefristete Einstellungen der engagierten Kräfte, damit die Qualität aufrecht erhalten werden kann, damit die Menschen Sicherheit haben und gute Arbeit leisten.

PSL-Ticker März 2014 ver.di PSL-Ticker März 2014

Was macht die Post AG??? 

Die Post weigert sich derzeit kategorisch, selbst KollegInnen die zwei drei, fünf und mehr Jahre befristet sind, zu entfristen. Dadurch steigt die Befristungsquote der Niederlassungen von Monat zu Monat. Gut ausgebildete Kräfte verlassen die Post, wenn sie eine Festanstellung in anderen Firmen erhalten. Dies ist wirtschaftlicher Wahnsinn, da neue Kräfte ausgebildet werden müssen und die Arbeitsbelastung für die „Einweiser“ steigt. Diese Entfristungen werden abgelehnt, weil ver.di nicht bereit ist, zusätzliche finanzielle Einsparungen bei den Beschäftigten in Höhe von 300 Millionen € zu vereinbaren. Der Vorstand spielt auf Kosten der schwächsten Glieder im Betrieb, ein schändliches, menschenverachtendes Spiel. 2.900 Menschen in Bayern sind bei der Post AG befristet, sie leben in dauernder finanzieller und wirtschaftlicher Unsicherheit. Sie müssen von ihrer Arbeit und ihrem Einkommen leben, die Miete bezahlen und ihre Kinder ernähren. Sie bekommen kein aktienorientiertes Vergütungssystem mit Aktien im Wert von 17 Millionen Euro wie die FührungskraÅNfte. Wo bleibt da der immer zitierte Respekt im Umgang mit den Mitarbeitern.

ver.di Bayern fordert den Vorstand deshalb letztmalig auf: „Kommen Sie zur Vernunft“, entfristen Sie sofort alle Beschäftigte deren Befristung länger als zwei Jahre besteht.

Wir werden ab sofort gewerkschaftliche Aktionen starten, politisch aktiv werden, die BR auffordern ihre Möglichkeiten zu nutzen, und wenn notwendig, die unmenschliche Befristungspolitik der Deutschen Post AG in den Medien skandalisieren!!!!

F.Z.

Dieses Thema mit Bildern hinterlegt und weitere wissenswerte Informationen sind zu finden im PSL-Ticker März 2014.