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Worte zum Montag

David Merck - Landesfachbereichsleiter PSL Bayern

Worte zum Montag

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

anbei die wichtigsten Informationen der letzten Woche aus unserem Fachbereich.

1. Bundesweite KEP-Konferenz- ver.di fordert Verbot von Outsourcing und 20 kg Maximalgewicht pro Paket

Eines der großen Ziele von ver.di ist es, die Arbeitsbedingungen in der Kurier-, Express und Paketbranche deutlich zu verbessern. Im Paketbereich betrifft dies in Bayern vor allem Beschäftigte von der Deutschen Post AG, Amazon, Hermes, DPD, UPS, FedEx und GLS.

Auf der topbesuchten, bundesweiten KEP-Konferenz am 23.06. stellte ver.di im Beisein der Politik die Missstände bei den Subunternehmern dar. z.B. systematische Mindestlohnverstöße und Arbeitszeitbetrug aber eben auch körperliche Gewalt, wenn man z.B. nach Urlaub fragt. Auf der Konferenz erhob ver.di drei zentrale Forderungen an die Politik:

  • Verbot des Einsatzes von Fremdpersonal – ver.di sagt dem Outsourcing in der Zustellung aber auch in den Verteilzentren den Kampf an
  • Die Gewichtsbegrenzung von 20kg für Pakete im Ein-Mann-Handling
  • Wirksame Kontrollen und Stärkung des Zolls

Alle anwesenden arbeitsmarktpolitischen Sprecher versprachen sich für diese Forderungen einzusetzen. Gut so… Einen ersten Erfolg konnten wir übrigens schon gemeinsam erzielen. Zum Ende Juli 2022 stellt Amazon seine Zustellung über (schein-?)selbstständige Beschäftigte mittels seiner Plattform Amazon flex ein.  

Mehr auf www.psl.verdi.de. Am 16.09.2022 werden wir im Rahmen unserer 2. Tarifkonferenz intensiv über die ver.di-Kampagne im KEP-Bereich sprechen.

2. ver.di setzt 19-24% mehr Lohn in der Leiharbeit durch!

Einen großen tarifpolitischen Erfolg gelang  uns als Ver.di in der letzten Woche. Zusammen mit den DGB-Gewerkschaften habe wie es geschafft, die Löhne und Gehälter der unteren Gruppen der Leiharbeit um 19-24% zu erhöhen. In Deutschland arbeiten derzeit ca. 840.000 Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer, ca. 95% sind davon tarifgebunden. Hier ein Überblick. (Anmerkung : FTV= Flächentarifvertrag Speditionen und Logistik Bayern).

Mehr zum Tarifabschluss: www.dgb.de

3. Deutsche Post AG- Arbeitgeber will massive Verschlechterungen bei Arbeitszeitregeln in der Zustellung-Ver.di-Betriebsrätinnen und –Betriebsräte kämpfen zu 100% für Interessen der Beschäftigten!

In der letzten Woche erfolgte in bayerischen Niederlassungen die Kündigungen der Betriebsvereinbarungen zur Arbeitszeit in der Zustellung durch den Arbeitgeber Deutsche Post AG. Nun sickern erste Informationen durch, warum der Arbeitgeber diesen Schritt gemacht hat und was er konkret plant. Anbei die 5 ,meiner Einschätzung und meinen  Informationen nach, wichtigsten Überlegungen und Ziele der Arbeitgeberseite:

  • Der Arbeitgeber will durch die Flexibilisierung die Produktivität in der Zustellung nochmals steigern. Flexibilisierung ist für den Arbeitgeber  real vor allem ein Mittel zur Leistungsverdichtung
  • Deswegen will der AG taggleich entscheiden können, wieviel Personal er wann einsetzt. Zur Zeit erleben wir dabei derzeit bedingt durch Personalmangel vor allem eine Flexibilisierung zu Lasten der Beschäftigten in Bayern
  • Der Flexibilisierung stehen die Schutzrechte der Beschäftigten, wie z.B. Abbruchrechte und die Mitbestimmungsrechte der Betriebsräte bei Mehr- und Minderleistung und Dienstplangestaltung entgegen. Deswegen wünscht sich der Arbeitgeber hier deutliche Verschlechterungen zum Status quo. Themen sind hier planbare freie Tage und planbare Dienstenden und Fragen der Überstundengewährung
  • Der Arbeitgeber will Minusstunden von Beschäftigten einfordern können. Das kann heißen rausschicken in einen anderen Bezirk, wenn man vor dem Dienstplanende fertig ist oder arbeiten über das Dienstplanende hinaus ,wenn man deutlich im Minus ist
  • Der Arbeitgeber will für ihn vorteilhafte Regelungen zu Arbeitszeitkonten, das können unter anderem Konten sein, die ohne klare Abrechnungszeitraum geführt werden. So muss der Arbeitgeber keine Guthaben auszahlen und Minderleistungen verfallen nicht.

ver.di steht hier zu 100% für die Interessen der Beschäftigten. Wir brauchen gute Arbeitszeitregeln die planbare und gesunde Arbeitszeiten schaffen sowie gute Regelungen zu Überstunden. Dazu wird es regional in Bayern Aktiventreffen sowie ganz viel Austausch mit unseren Zustellerinnen und Zustellern geben. So wie es sich der Arbeitgeber vorstellt- so geht es nicht. Mehr in Kürze…

Viele Grüße,

David

David Merck ver.di PSL David Merck